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Wortunterkoffer


ff.



in einem traum

ich betrat
deinen raum
in einem traum
jetzt
wo ich wach bin
glaube ich es
kaum

(an j.)



zeit

ich habe noch
zeit. wir haben noch
zeit. und die steht dem entgegen.
ich habe noch
angst. wir haben noch
angst. und die steht dem entgegen.
ich habe noch
mut. du hast doch mut.
und der steht dem entgegen.


dafür.

(an meinen bruder f.)




alabasters träne

entwich dir
mitsamt der schwarzen tusche
aus den augen
die zuversicht
für veränderung
gewann dein gesicht
zerbrechlichkeit in deinen alabasterhaften zügen
schutzlos
der weiche kern
durch verzicht
auf die sichtbare liebe
nicht
verzagen

für die freie sicht


(an birgit)




nicht wie du denkst


nicht wie du denkst
ist es.
es ist
wie du siehst
wie du fühlst.

siehst du -


verfreiheitet
     
dein blaugemustertes herz klopft lauter
als das orange der gerbera die du hälst
     
ich habe angst dass du mich küsst,
dass du mich nicht küsst,
da du mich nicht küsst
     
klopft mein herz lauter
als das orange der gerbera die du hälst
     
bis ich dich küsse
     
und meine angst den körper wechselt
wo wir zusammen ein paar momente klopfen
     
und so verebben wir gemeinsam,
bis sommer wird
     
dann lassen wir uns wieder los



verliere mich findend   

verliere mich
im kleinen musterdeines
hemdkragens verliere mich findend
ohne suchend zu sein

finde mich
im kleinen muster deines hemdkragens
ein zuhause fühlend



nacht und morgen
     
auch die schlaflose nacht
wird mit einem morgen belohnt.




unter grund
           
die u-bahn kommt
und trennt den abend in zwei teile,
zwei menschen in zwei abende
und gibt den moment frei,
           
die flüchtigkeit einer berührung
           
der ohne u-bahn
nicht entstanden wäre.

(für gregor)



reibung
     
schreiben
weil die farben eingetrocknet
schreiben
           
schreiben
     
     


aggregatzustände

des nachts sind wir geschmolzen
um tags drauf zu frieren,

die wochen lang zu sublimieren.
wie finden wir heraus wenn du dabei bist

zu verdampfen
und ich zu kondensieren.



gestückelte nacht
           
     ein teil dir
     ein teil mir
     ein teil gehört uns
     und den weichen pullovern
     die uns trennen
     die uns vor uns schützen
     und wärmen
                       wie dein arm



fehlend dasein

wo kommt das vertrauen her
und wo bleibt es wenn es fehlt

wo stehen wir hinter uns
und wo hinter anderen      

                                                                                                                                                                                                                                              


nur noch ein schatten


ich küsse deinen schatten
ein letztes mal
ich küsse dich im schatten
ein letztes mal
ich küsse dich nicht mehr
damit ich dich nocheinmal küssen könnte
müsstest du aus deinem schatten treten
müsste ich aus meinem schatten treten
damit wir uns nocheinmal küssen                  

das ist zu schwer
und bringt nichts mehr




jetzt still

bist du
hast deinen mut
und deine wahrheit
dagelassen

anstrengung
mir zu glauben
dass du der welt
durch lebensalter
nicht durch hoffnungslosigkeit
den rücken
zugekehrt

und jetzt
wo worte fehlen
werden deine bilder worte finden

(mit Gedanken an E.A.)



1.)
mühe ist gut für zufriedenheiten nur.





dazwischen nichts

ein einziger moment
der das leben scharf zerschneidet
wie der horizont
himmel und wasser.
vorher in nachher.
und dazwischen
nichts.

(für R. )




rot

wo deine rote sonne war
dort steht ein fein vernähter riss
wo du dich zeigst,
dort wurdest du vermisst.

(für Ben)





drittens 

essen kann man aufwärmen
gefühle nicht





herzschlag

die schönsten dinge passieren
völlig überraschend

ein herzschlag und
darauffolgend

der nächste.